Kaderliste 2021 LVSA

Kaderliste des Leichtahletik-Verbandes Sachsen-Anhalt 2021/2022 (Stand 05.11.2021)

Allgemeine Landeskaderkriterien:

Die Einstufung in den Landeskader erfolgt prinzipiell auf der Grundlage bundeseinheitlicher Kaderkriterien, die durch den Spitzenfachverband dem DLV in Abstimmung mit den Landesfachverbänden erarbeitet wurden und der zusätzlichen Erfüllung von festgelegten Blocknormen (s. Formulare Landeskaderrichtwerte Einzeldisziplin + Blocknormen LVSA unter: http://www.lvsa.de/index.php?article_id=27 Die Leistungswerte sind dabei als Richt- und Entwicklungswerte zu verstehen. Allein das Erreichen des Richtwertes lässt sich noch keinen Anspruch auf eine Nominierung für den Landeskader zu. Umgekehrt können Sportler*innen, die den Leistungsrichtwert noch nicht erfüllt haben, jedoch eine besondere Entwicklungsperspektive erkennen lassen, in den Landeskader berufen werden.

Der Landesfachverband fördert talentierte Athleten*innen im Grundlagen- und Aufbautraining (U16-U20) mit dem Ziel einer Leistungsentwicklung, die sich zunehmend am nationalen Leistungsniveau orientiert (z. B. Teilnahme und Endkampfplatzierung bei Deutschen Meisterschaften, Erfüllung NK2- und NK1-Normen). Die Berufung der Landeskader erfolgt durch den Landesverband zu Beginn des neuen Trainings- und Wettkampfjahres innerhalb einer zentralen Lehrgangsmaßnahme. Nachberufungen in den Landeskader können nach Beendigung der Hallen- und Wintersaison bis spÃätestens zum 01. März eines jeden Jahres beantragt werden. Für weitere Kadereinstufungen (NK2, NK1, PK, EK, OK) gelten ausschließlich die vom Deutschen Leichtathletik-Verband festgelegten Nominierungskriterien.

Zusätzliche Landeskaderkriterien des LVSA:

  1. Der LVSA behält sich vor, nach Darstellung der Wettkampfleistungen sowie Platzierungen bei inter/nationalen Meisterschaften,
  2. einem entsprechenden Trainerurteil (Persönlichkeitsentwicklung, Tempo der Leistungsentwicklung, biologische Reife, bisheriges Training), Gesundheitsstatus,
  3. der Nicht-Bereitschaft zur Absolvierung eines leistungsorientierten Trainings mit der Führung eines Trainingstagebuchs,
  4. der Nicht-Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem LVSA (hier: Landestrainerin und Pooltrainer*innen)
  • und ggf. der Nicht-Anerkennung der Anti-Dopingresolution Athleten*innen ggf. nicht in den Landeskader des LVSA zu berufen.

DLV Kaderstruktur/ Kaderbildungsrichtlinien

Grundlage und Kaderdifferenzierung (Olympia-, Perspektiv-, Ergänzungs- und Nachwuchskader)

Für die Strukturierung des Bundeskadersystems und der Zielkorridore der jeweiligen Kaderkategorien gelten im Kontext der am 03.12.2016 beim DOSB-Verbandstag in Magdeburg beschlossenen Strukturreform des Deutschen Spitzensportes die für alle Spitzenfachverbände definierten Orientierungen des DOSB/BMI. Die Kaderförderung ist das zentrale Instrument der Leistungsförderung im Deutschen Leichtathletik-Verband. Die Berufung und Klassifizierung der Athleten erfolgt entsprechend der jeweiligen nachstehend beschriebenen Zielstellungen. Eine verpflichtende Voraussetzung für die Aufnahme in einen DLV-Bundeskader ist neben der sportlichen Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit die Unterzeichnung der Athletenvereinbarung. Die jeweils finale Entscheidung über die Aufnahme in die jeweiligen DLV-Bundeskader erfolgt auf der Grundlage der beschriebenen Kriterien und Prozesse. In die Entscheidungsfindung wird auch die Beurteilung der Umfeldbedingungen einbezogen. Der Aufnahme gehen die Begründungen durch das DLV-Trainerteam auf sportfachlicher Ebene und die zusammenfassende Einordnung dieser Ergebnisse durch die leitenden DLV-Bundestrainer, den Bundestrainer U23/U20 und den leitenden Direktor Sport voraus. Sie erfolgt final durch den Bundesausschuss Leistungssport. Bei fehlender Zusammenarbeit mit dem DLV besteht die Möglichkeit zur Aufhebung des Kaderstatus auch in der laufenden Saison durch einen FK-Leistungssport-Beschluss. Es kommt somit keine individuelle Bewertung eines einzelnen Bundestrainers zur Anwendung, sondern die Entscheidungen auf der Grundlage komplexer Bewertungen im Team erfolgen. Grundsätzlich wird die Berufungsentscheidung auf der Basis der DLV-Kaderbildungsrichtlinien gestaltet.

Olympiakader (OK)

Speziell für die Aufnahme in den Olympiakader kommen die für alle Spitzenfachverbände verbindlichen Kriterien des DOSB/BMI zu Anwendung. In den Olympiakader werden diejenigen Athleten berufen, die über ein nachgewiesenes Medaillenoder Finalplatzpotential bei Olympischen Spielen, als den wesentlichen Zielwettkampf, im aktuellen Olympiazyklus verfügen. Es werden insbesondere die Erfolge beim internationalen Saisonhöhepunkt als Kriterium der Aufnahme berücksichtigt:

  • Platz 1-8 in Einzeldisziplinen und Platz 1-8 in Staffeln bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften
  • Platz 1-3 in Einzeldisziplinen und Platz 1-3 in Staffeln bei Europameisterschaften, jedoch nur in den Jahren ohne Olympische Spiele und Weltmeisterschaften
  • Die Zugehörigkeit in den Olympiakader muss in jedem Jahr bestätigt werden In Würdigung der komplexen Wettbewerbssituation in der Leichtathletik können zudem die folgenden Sonderregelungen zur Anwendung kommen.
  • Für Athleten, die im Jahr der Nominierung kein Ergebnis bei einer internationalen Meisterschaft (OS, WM, EM) vorweisen können, sind Sonderregelungen bei Platzierungen im Korridor des ersten bis zehnten Platzes in der bereinigten WBL möglich.
  • Zudem können auch Sonderregelungen für Medaillengewinner auf Weltniveau des Vorjahres, die im Nominierungsjahr verletzungsbedingt keine Leistungen einbringen konnten, umgesetzt werden.

Voraussetzungen für die Aufnahme in den DLV-Olympiakader sind neben der sportlichen Prognose:

  • die eindeutige Bereitschaft zu einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Partnern im DLV
  • eine gemeinsam getragene und verbindlich festgelegte Jahresplanung und Bestimmung der Leistungsziele
  • die Unterzeichnung der aktuellen Athletenvereinbarung
  • die Vorlage der Trainings- und Wettkampfplanung
  • die regelmäßige Teilnahme an Leistungsdiagnostikmaßnahmen und Tests
  • die gemeinsame Auswertung des protokollierten Trainings

Perspektivkader (PK)

In den Perspektivkader werden Athleten mit einer Prognose, im laufenden oder folgenden Olympiazyklus in den Olympiakader aufzusteigen, aufgenommen. Sie sollten daher über eine erweiterte Finalperspektive für die Olympischen Spiele 2020 verfügen. Ebenfalls können Athleten mit einer Final- oder Medaillenprognose für die Olympischen Spiele 2024 im Perspektivkader berücksichtigt werden. Die auf der Basis der Analyse der Trends der Weltstandentwicklung und der Analysen der internationalen Meisterschaften abgeleiteten Prognoseleistungen für den Medaillenbereich bzw. den Korridor der Finalzugangsleistungen bilden gemeinsam mit den Leistungsprofilen der Athleten die Grundlage der Potentialeinordnung. Aus den Prognoseleistungen und den Leistungsprofilen werden die altersspezifischen Kaderrichtwerte und die notwendigen Zubringerleistungen für die jeweiligen Disziplinen abgeleitet.

  • Athleten, die den entsprechenden Kader-Richtwert ihrer Disziplin erfüllt haben, können in den Perspektivkader aufgenommen werden.
  • Der für die jeweilige Disziplin verantwortliche DLV-Bundestrainer kann mit einer schriftlichen Begründung vorschlagen, Athleten trotz Richtwerterfüllung nicht in den Perspektivkader zu berufen.
  • Ebenso hat er ein Vorschlagsrecht für die Kaderaufnahme von Athleten ohne Richtwerterfüllung. Auch dazu muss eine schriftliche Begründung vorgelegt werden. In diesen Fällen gilt es, die Potentiale des Athleten auf der Basis der realisierten Zubringerleistungen, Parametern der Wettkampfanalysen und der komplexen Leistungsdiagnostikanalysen des IAT bzw. der für das Kompetenzteam der Disziplingruppe verantwortlichen OSP-Mitarbeiter sportfachlich zu belegen.
  • GrundsÃäzlich erfolgt eine Begrenzung der Anzahl von Kadernominierungen auf der Basis von nicht erfüllten Kaderrichtwerten auf maximal zwei pro Disziplin.
  • Die Zugehörigkeit in den Perspektivkader muss in jedem Jahr bestätigt werden.
  • Für Athleten, die im Jahr der Nominierung auf der Basis einer eindeutigen Dokumentation verletzungsbedingt keine Wettkampfleistungen realisieren konnten, sind Sonderregelungen in Berücksichtigung der Vorjahresleistungen und der beschriebenen Leistungsdaten aus Wettkampfanalysen der Vorjahre und komplexen Leistungsdiagnostikmaßnahmen möglich.
  • In diesen Fällen muss die Potentialbewertung sowohl durch den disziplinverantwortlichen Bundestrainer, den leitenden Bundestrainer der Disziplingruppe sowie den für die Disziplingruppe verantwortlichen Wissenschaftskoordinator oder Trainingswissenschaftler gemeinsam getragen und begründet werden.
  • Die Förderung im Perspektivkader endet in Abhängigkeit der Disziplinspezifik und des jeweiligen Hochleistungsalters – in der Regel spätestens mit 26 Jahren. In Ausnahmefällen können auch Ältere Athleten berücksichtigt werden.
  • Vor dem Hintergrund der Disziplinspezifik der Staffelwettbewerbe können in Berücksichtigung der über Einzelleistungen, der Wechselkompetenz und besonderen Fähigkeiten im Kurvensprint bis zu sechs Sprinter auf Basis besonderer Wechselkompetenzen in den 4x100m-Staffelpool des Perspektivkaders aufgenommen werden. Ihre Integration in den Perspektivkader bedarf jedoch einer spezifischen Begründung durch den verantwortlichen Bundestrainer und eines Beleges der besonderen Fähigkeiten auf der Basis biomechanischer Analysen. Bezogen auf die 4x400m-Staffeln können auf der Grundlage einer vergleichbaren Begründung und dem Nachweis besonderer Fähigkeiten im fliegenden Sprint bis maximal fünf Athleten in den Staffelpool des Perspektivkaders aufgenommen werden. Die Förderung der Staffelpool-Athleten im Perspektivkader bezieht sich grundsätzlich auf die Maßnahmen der Staffelvorbereitung. Die Berufung in den Staffelpool setzt die uneingeschränkte Bereitschaft der Integration in die trainingsmethodische Konzeption zur Vorbereitung der DLV-Staffeln auf die internationalen Meisterschaften voraus.
  • Der jeweilige Staffelpool ist jeweils konkret zu benennen. Sofern Perspektivkaderathleten nicht in den 4x100m-Staffelpool integriert werden, ist dies gesondert durch den verantwortlichen Bundestrainer und den leitenden Bundestrainer zu begründen.

Ergänzungskader (EK)

  • In den Ergänzungskader können Athleten integriert werden, die ihre leistungssportliche Karriere vor den Olympischen Spielen des aktuellen Olympiazyklus beenden werden, jedoch zur absoluten Weltspitze zählen, also in den vergangenen beiden Jahren Platzierungen im Korridor des ersten bis achten Platzes bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erreichten oder in Jahren ohne diese Meisterschaften auf Weltniveau Medaillen bei Europameisterschaften erzielen konnten.
  • Zudem werden in diesem Kader Athleten gefärdert, die im Sinne von wichtigen Trainingspartnern die Leistungsentwicklung von Olympiakaderathleten und herausgehobenen Perspektivkaderathleten wesentlich im Prozess der Leistungsentwicklung unterstützen.
  • Grundlage einer Förderung als Trainingspartner ist jedoch das regelmäßige gemeinsame Training an einem Bundesstützpunkt mit den benannten Olympiakaderathleten.
  • Da sich in diesem Kader Athleten mit zum Teil sehr unterschiedlichen Leistungspotentialen befinden, erfolgt auch eine differenzierte Förderung.
  • Weltklasseathleten am Ende ihrer leistungssportlichen Laufbahn mit weiterhin nachgewiesenen Potentialen für Medaillen- und Finalplatzierungen bei internationalen Meisterschaften werden vergleichbar den Olympiakaderathleten gefördert.
  • Für Athleten, die zunächst primär als Trainingspartner fungieren, stehen Fördermaßnahmen zur Absicherung des täglichen Trainingsprozesses im Vordergrund und damit vornehmlich die Sicherung der Unterstützung durch die Olympiastützpunkte sowie leistungsdiagnostischer Maßnahmen. Sie können jedoch auch jeweils in das Lehrgangssystem der Olympiakaderathleten integriert werden.
  • Als Trainingspartner von Olympiakaderathleten können Athleten im Ergänzungskader primär im Altersbereich zwischen 23-25 Jahren gefördert werden. Voraussetzung für eine solche Förderung ist die Realisierung des altersbezogenen Kaderrichtwerts für Ergänzungskaderathleten als Trainingspartner.
  • Im Sinne der Optimierung perspektiver Chancen für Erfolge bei internationalen Meisterschaften muss auch eine Basisförderung zur Entwicklung aktuell leistungsschwächerer Disziplinen bzw. für Athleten im unmittelbaren Bereich der Anforderungen für Perspektivkader gewährleistet bleiben. Daher können auch bis zu zwei Athleten solcher Disziplinen in den Ergänzungskader berufen werden, die den Sprung in den Perspektivkader im Sinne von Spätentwicklern knapp verfehlt haben. Für diese Athleten muss die Einflussnahme auf die Trainings- und Wettkampfplanung durch regelmäßige Leistungsdiagnostikmaßnahmen zur Identifizierung von Schwachstellen und Leistungsreserven gewährleistet werden. Zudem sollte der Transfer dieser Ergebnisse zu konkreten Anpassungen der individuellen Trainingskonzeptionen führen.
  • Die Sicherung der Unterstützung durch die Olympiastützpunkte, der notwendigen leistungsdiagnostischen Maßnahmen und die Prozessberatung der Athleten und ihrer persönlichen Trainer bildet den Schwerpunkt der Förderung der Ergänzungskader dieser Ebene.
  • Die Zugehörigkeit in den Ergänzungskader muss in jedem Jahr bestätigt werden.

Nachwuchskader 1 U23 (NK1 U23)

Für die Berufung der Athleten in den Nachwuchskader 1 U23 kommt nahezu das gleiche Verfahren wie für die Perspektivkaderathleten zur Anwendung. Die Aufnahme erfolgt auch für diese Kaderathleten in Orientierung auf ihre perspektivischen Leistungsentwicklungspotentiale. Im Nachwuchskader 1 U23 werden Athleten des U23-Bereiches gefördert, die entgegen den gleichaltrigen Perspektivkadern der Kategorie der Spätentwickler zuzuordnen sind. Traditionell versucht man besondere Fähigkeiten von Nachwuchsathleten, also Potentiale außerhalb des Normbereiches, in sensiblen Entwicklungsphasen durch Normative zu erfassen. Dies führte in den vergangenen Jahren häufig zur Förderung zeitig leistungsauffälliger Athleten und einer fehlenden Förderung von Spätentwicklern. Speziell im U23- Altersbereich entscheiden sich die Leistungssportkarriereverläufe in der Leichtathletik. Die Analyse der Karriereverläufe von Weltklasseathleten verdeutlicht im Trend, dass sich sowohl 50-55% über auffällige Leistungen im Jugend- und Juniorenbereich entwickeln. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich ca. 45-50% der Weltklasseathleten ohne auffällige Leistungen in diesem Altersbereich entwickeln (Wulff, Wenzel, Dreissigacker 2016, Lehmann 1992). Sichtbar wird jedoch auch, dass sich die Leistungskurven der sogenannten Spätentwickler im U23-Bereich denen der erfolgreichen Junioren sprunghaft annähern. Die für den Olympiazyklus 2017-2020 veränderte Kaderzuordnung berücksichtigt diese Erkenntnisse bewusst im DLV-Kaderfördermodell. Es gilt, die Athletenpotentiale nicht nur kurzfristig zu bewerten, sondern sie mittel- und langfristig zu entwickeln. Die Berufung in den Nachwuchskader 1 U23 erfolgt in der Regel auf der Grundlage der Erfüllung eines altersspezifischen Kaderrichtwertes und disziplinspezifischer Zubringerleistungen. Der Kaderrichtwert für den Nachwuchskader 1 U23 berücksichtigt die Besonderheiten der Entwicklungskurven von Spätentwicklern und unterscheidet sich von dem Richtwert für die zum Teil gleichaltrigen Perspektivkader.

  • Die Zugehörigkeit in den Nachwuchskader 1 U23 muss in jedem Jahr bestätigt werden.

Nachwuchskader 1 U20 (NK1 U20)

Für die Berufung der Athleten in den Nachwuchskader 1 U20 gilt prinzipiell das gleiche Verfahren wie für die Perspektivkaderathleten und Nachwuchskader 1 U23. Die Aufnahme der Athleten erfolgt grundsätzlich in Orientierung auf ihre perspektivischen Leistungsentwicklungspotentiale. Die Nachwuchskaderathleten 1 U20 sind nicht nur kurzfristig auf die jeweiligen internationalen Meisterschaften des Nachwuchsbereiches vorzubereiten, sondern mittel- und langfristig zu entwickeln. Sie sind im Alterssegment von 17 bis 19 Jahren einzuordnen.

  • Das Ziel der Nachwuchsförderung im DLV ist die Entwicklung von Spitzenleistungen im eigentlichen Hochleistungsalter.
  • Die Nachwuchskader sollen perspektivisch in die Nationalmannschaft der Männer und Frauen integriert werden und mit dem Ziel der Entwicklung konkurrenzfähiger Leistungen auf Weltniveau vorbereitet werden.
  • Spitzenleistungen im Hochleistungsalter werden in der Leichtathletik auf der Grundlage eines langjährigen Prozesses im Rahmen des langfristigen Leistungsaufbaus entwickelt.
  • In diesem Prozess ist die angestrebte Leistungsstruktur im Hochleistungsalter in ihrer Komplexität als die übergeordnete Zielgröße kontinuierlich und anforderungsadäquat in den jeweiligen Altersbereichen zu entwickeln.
  • Entsprechend sind die Trainingsprozesse in den unterschiedlichen Ausbildungsetappen des Grundlagen-, Aufbau-, Anschluss- und Hochleistungsbereiches differenziert und auch individuell zu gestalten.
  • Die Anforderungs- und Leistungsstruktur des Hochleistungsbereiches sind nicht linear mit der des Nachwuchsbereiches zu vergleichen.
  • Die Leistungsstruktur des Nachwuchsbereiches unterliegt eigenen Normativen und orientiert sich an den Entwicklungsphasen der jungen Athleten.
  • Vergleichbar dem Vorgehen bei der Aufnahme in den Perspektivkader und Nachwuchskader 1 U23 kommen disziplinspezifische Richtwerte zur Anwendung. Für den Nachwuchskader 1 U20 wird zunächst nur ein Richtwert für die jeweilige Disziplin für 18-Jährige veröffentlicht. 17-Jährige Athleten können auf der Basis der sportfachlichen Begründungen der DLV-Nachwuchsbundestrainer und der Blocktrainer Nachwuchs auf Vorschlag auch ohne Erfüllung dieses Richtwerts nominiert werden. Da die jugendliche Wettkampfleistung und somit Erfolge im Jugendbereich nicht der alleinige Indikator für perspektivische Spitzenleistungen im Hochleistungsalter sind, werden die Kaderrichtwerte durch altersspezifische Zubringerleistungen für die jeweiligen Disziplingruppen/Disziplinen ergänzt. Neben der Orientierung am Kaderrichtwert im Sinne einer Wettkampfleistung erfolgt somit die Berufung in den Nachwuchskader auch unter Anwendung einer komplexen Test- und Analysebatterie. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen können auch 18-jährige Athleten ohne die Realisierung des Kaderrichtwertes und ohne wesentliche Erfolge bei internationalen Nachwuchsmeisterschaften in den Nachwuchskader aufgenommen werden. Dies zielt auf die Förderung von bisher im Fördersystem vernachlässigten Spätentwicklern und Sportart-/ Disziplinwechslern hin. In diesen Fällen bedarf es jedoch der gemeinsamen sportfachlichen Begründung durch die disziplinverantwortlichen Nachwuchsbundestrainer, die jeweiligen Nachwuchsblocktrainer und die verantwortlichen Wissenschaftskoordinatoren/Trainingswissenschaftler der Disziplingruppe. Eine weitere fachliche Prüfung dieser Vorschläge erfolgt durch den DLV-Bundestrainer U23/U20. Er bereitet gemeinsam mit den verantwortlichen leitenden DLV-Bundestrainern die finale Entscheidung zur Kaderaufnahme vor. Für eine systematische und langfristige Entwicklung der Nachwuchskader-Athleten sind eine intensive Kommunikation und methodische Zusammenarbeit der DLV-Nachwuchsbundestrainer mit den persönlichen Trainern der Nachwuchsathleten sowie ein frühzeitiges duales Karrieremanagement erforderlich.
  • Die Zugehörigkeit in den Nachwuchskader 1 U20 gilt zunächst für ein Jahr und muss folgend bestätigt werden.

Nachwuchskader 2 (NK2)

Das DLV-Bundestrainerteam kann jährlich pro Kaderdisziplin circa drei bis sechs besonders talentierte Athleten des Landeskaderbereiches, denen eine überdurchschnittlich positive sportliche Perspektive zugesprochen wird, für den Nachwuchskader 2 vorschlagen. Grundsätzlich erfolgt die Erfassung potentieller Nachwuchskader-Athleten dieser Kategorie im Altersbereich von 14 bis 16 Jahren. Die Qualifikation für die Deutschen U16-Jugend-Meisterschaften auf der Basis einer vielseitigen und variablen Ausbildung kann als Berufungskriterium herangezogen werden. Die Deutschen U16-Meisterschaften selbst stellen zudem ein wichtiges Kommunikationsfeld für die DLV-Nachwuchsbundestrainer dar. Sie dienen somit auch als eine wettkampfspezifische Sichtungs- und Fördermaßnahme. Dieser Kommunikations- und Sichtungsprozess wird mit den durch die DLV-Nachwuchsbundestrainer und ihren Wissenschaftspartnern (IAT) entwickelten und durch die Landesfachverbände im Landeskaderbereich realisierten Standard-Talenttest- und Talenterfassungsmaßnahmen ergänzt. Weiterhin sind begleitend zu diesen Maßnahmen zwei durch den Bundestrainer U18 Sichtung in gemeinsamer Abstimmung mit den Landesfachverbänden im Vorfeld der U16-Jugend-Meisterschaft koordinierte Sichtungsmaßnahmen (Leistungsdiagnostik) geplant.

Die Nachwuchskaderathleten 2 werden im Anschluss an die U16-Jugendmeisterschaft berufen. Damit soll der Einfluss der DLV-Nachwuchsbundestrainer in Kooperation mit den Landestrainern auf die anforderungsgerechte Ausbildung der besten Nachwuchstalente rechtzeitig durch zentrale Maßnahmen und eine frühzeitige Zusammenarbeit mit ihren Eltern und Trainern verstärkt werden. Neben der Bewertung der Wettkampfleistung kommen komplexe Parameter, wie das Wettkampfverhalten, mentale Eigenschaften und in standardisierten Testformen ermittelte Potentiale im Bereich der notwendigen Zubringerleistungen als Aufnahmekriterien zur Anwendung. Die Auswahl erfolgt durch die DLV-Nachwuchsbundestrainer in Abstimmung mit dem jeweils zuständigen Leitenden Landestrainer. Die Zugehörigkeit zum Nachwuchskader 2 muss in jedem Jahr bestätigt werden. Mit der Berufung in den Nachwuchskader 2 wird den jungen Athleten vor allem die Möglichkeit gegeben, mit ihren persönlichen Trainern an ausgewählten DLV-Kaderlehrgängen und Leistungsdiagnostikmaßnahmen teilzunehmen.

Der Nachwuchskader 2 ist als ein herausgehobener Landeskader zu verstehen, der auf Grundlage der Konferenz der Spitzenverbände am 06.12.2019 und der Mitgliederversammlung des DOSB am 07.12.2019 in die Finanzierung der Länder (Bund-Länder-Vereinbarung zur Neuordnung der Finanzierungsbeiträge vom 08.11.2018) übertragen wurde.

So wird die Finanzierung zentraler Trainings- und Sichtungsmaßnahmen, die nicht in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem internationalen Verbandswettkampf stehen, für den NK2, als auch vom Landeskader zum NK2 oder vom NK2 zum NK1 durch die Länder übernommen.